Im Jahr 1889 begann die Zeit der Geräte, die Musikreproduktionen gegen Geld abspielten. Damals waren die Musikkonserven noch zylindrisch rund und aus Wachs gefertigt. Es waren Phonographen-Zylinder, die zu der Zeit noch einzeln aufgenommen werden mussten. Es gab noch kein Verfahren, um eine Matrix zu erstellen. Diese Geräte hatten um die zehn Musikstücke im Angebot, die abgespielt werden konnten. Jedes Stück war höchstens zwei Minuten lang.

Der Nachfolger des Phonographen war das Grammophon. Wurde zunächst nur eine Seite mit Musik versehen, schaffte man es nach ein paar Jahren, beide Seiten zu bespielen. Die ersten Musikboxen, die Schellackplatten abspielten, hatten ein Volumen von zehn bis zwanzig Platten. Die Musikstücke waren nun schon um die dreieinhalb Minuten lang. Damit die Musik aber abgespielt werden konnte, musste der Motor des Grammophons zunächst aufgezogen werden. Danach warf man eine Münze ein und suchte eine Platte aus, die dann abgespielt wurde.

Bis in die 1940er Jahre waren die Geräte unter dem Begriff „Coin-Operated Phonograph“ (münzbetriebener Phonograph) bekannt.

Mit der Elektrifizierung der Öffentlichkeit und der Haushalte kamen auch elektrische Musikboxen auf. Mit dem Gerät der Automatic Musical Instrument Corp., das unter der Bezeichnung „AMI A“ auf den Markt kam, wurden die Geräte unter dem Namen Jukebox bekannt. Bereits im Jahre 1936 wurden von der Rudolph Wurlitzer Company fast 45.000 Geräte produziert. Neben AMI und Wurlitzer waren auch J. P. Seeburg, Rock-Ola und Evans große und bekannte Hersteller von Musikboxen.

Bereits in den 1940er Jahren kam die Vinylplatte auf den Markt. Die Platten hatten zu der Zeit einen Durchmesser von circa 17 Zentimetern und liefen mit 78 Umdrehungen pro Minute.

Mit Einführung der Single-Schallplatte, die mit 45 Umdrehungen pro Minute lief, wurde das Fassungsvermögen der Musikboxen größer.

Ihren Siegeszug in Deutschland begann die Musikbox, nachdem die US-amerikanischen Soldaten sie in den 1950er Jahren bekannt gemacht hatten. In Filmen aus der Zeit sieht man auch immer wieder in Cafés oder anderen öffentlichen Räumen Musikboxen, die von jungen Menschen umstanden werden, welche die abgespielte Musik hören. In Rock’n’Roll-Filmen sieht man dann auch den einen oder anderen jungen Menschen, der mit dem Schuh wippt, bevor dann alle im Raum begeistert zur Musik einen Rock’n’Roll tanzen.

Was viele Musikbox-Fans an den Geräten fasziniert, ist die offene Wechselmechanik. Man kann durch die geschlossene Glaskuppel der Musikbox sehen, wie sich das Plattenmagazin bewegt, ein Plattenarm die gewählte Platte aus dem Magazin hebt und auf den Plattenteller hebt, als nächstes hebt sich der Tonarm auf die anlaufende Platte, man hört das typische Knistern und Rauschen einer Vinylplatte und das Lied beginnt. Am Ende wird die Platte vom Plattenarm von dem Plattenteller wieder heruntergenommen und zurück ins Magazin gesteckt.

Es gab verschiedene Geräte, die einen Fernwähler hatten. Damit konnte man, auch wenn man nicht neben der Musikbox stand, an einem kleinen Kasten eine Münze einwerfen und seine Platten wählen.

Mit den CDs veränderten sich auch die Musikboxen. In der heutigen Zeit sind die Jukeboxen Sammlerstücke, die beispielsweise auf der Messe „Rock Around The Jukebox“ in Rosmalen besichtigt, ausprobiert und gekauft werden können.