Seit der Entstehung der Musikindustrie hat sich diese Branche einem großen Wandel unterziehen müssen. Die Erfindung der Schallplatte sowie die Einführung des Radios und später des Fernsehens hat die Musikindustrie stets vor neue Herausforderungen gestellt. Heute hat auch die Digitalisierung die Musikindustrie eingenommen.

Von Caruso bis DSDS

Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts existierte Musik nur im Moment ihrer Entstehung. Wer Musik hören wollte, musste entweder selbst Musik machen oder jemandem „live“ dabei zuhören. Erst mit der Entwicklung der Schallplatte wurde Musik konservierbar. Die Entstehung dieser „Musik aus der Konserve“ verdankt die Musikindustrie dem Deutschen Emil Berliner. Er gilt als Erfinder des Grammophons. Emil Berliner schickte seinen Mitarbeiter Fred Gaisberg mit einem Tonaufnahmegerät quer durch Europa. Er nahm damit Lieder in Paris auf und Heurigenlieder, die in diversen Lokalen in Wien gesungen wurden. Im Jahr 1902 stieß Gaisberg dabei auf den Tenor Enrico Caruso. Mit ihm nahm Gaisberg insgesamt zehn Opernarien auf. Caruso avancierte damit innerhalb kürzester Zeit zum ersten Plattenstar der Geschichte. Bis zu seinem Tod im Jahr 1921 nahm Caruso 200 Schallplatten auf.

Ab den 1950er Jahren waren die Umsätze der Musikindustrie durch den Verkauf von Tonträgern stark im Steigen begriffen. 1948 wurde die Single auf den Markt gebracht. Sie zeichnete sich durch niedrige Produktionskosten auf und war gut verkäuflich. Zudem spielte auch das Radio eine entscheidende Rolle. Dieses Medium diente als Verbreitungskanal für die neue Musik. Aus der Kooperation zwischen Plattenfirmen und dem Radio entwickelte sich auch das heute bekannte System der Charts.

1979 endete jedoch der Höhenflug der Musikindustrie. Immer weniger Schallplatten wurden verkauft. Erst mit der Einführung der CD konnte sich der Musikmarkt nachhaltig erholen. Musik ist jedoch ein kaum kalkulierbares Risiko. Acht von zehn Musikproduktionen, die auf den Markt gebracht werden, spielen nicht einmal die angelaufenen Produktionskosten ein. Nur ein geringer Teil ist wirklich erfolgreich.

Für den Erfolg im Musikgeschäft zeichnen einzig und allein Hits verantwortlich. Leider sind Hits nicht vorauszusagen. Manche versuchen, mithilfe von aufwendigen Analysen oder Statistiken einen Hit zu kreieren. Die Faktoren, die einen Hit bestimmen, sind jedoch sehr unterschiedlich. Ein Patentrezept dafür gibt es nicht.

Um neue Talente zu entdecken und zu fördern, haben Fernsehsender die sogenannten Castingshows ins Leben gerufen. In Deutschland ist „DSDS“ (Deutschland sucht den Superstar) das bekannteste Format dafür. Bei diesen Castingshows steht eine Jury, die aus hochkarätigen erfolgreichen Musikern besteht, im Mittelpunkt. Junge Talente präsentieren sich gekonnt oder teilweise auch scheiternd auf der Bühne. Am Ende entscheidet die Jury oder das Publikum darüber, welches musikalische Jungtalent am ehesten seinen Weg an die Spitze der Charts gehen kann.

Heute spielt zudem das Internet eine große Rolle in der Musikbranche. Neue Hits und Songs können gestreamt werden und das Video gehört zum Song wie die Melodie zum Lied.